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PARK_HAUS_MS

WETTBEWERB FASSADENGESTALTUNG PARKHAUS AM COESFELDER KREUZ

Jahr:            2013
Standort:    Coesfelder Kreuz, Münster
Status:        Wettbewerb 2. Rundgang

Das am Verkehrsknotenpunkt Coesfelder Kreuz in Münster gelegene Parkhaus erhält eine Fassade, die das Gebäude als zeichenhaften, wiedererkennbaren Stadtbaustein etabliert und den trotz der großmaßstäblichen Umgebungsbebauung außerordentlichen Maßstab des Baus mittels einer kostengünstigen Konstruktion in die Umgebung integriert. 

Der rein funktionalen, großmaßstäblichen und städtischen Dimension des Gebäudetypus und der umgebenden Bebauung stellen wir eine Gebäudehaut gegenüber, die ein Naturmotiv zum Thema hat. Das Motiv wirkt maßstabsgebend und dient der Verschönerung des Alltags. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Ranke ist ein archetypisches Naturmotiv und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Das mäandrierende, rapportierende Band entspricht der Bewegung im Parkhaus. Das Rankenmotiv wird in zwei unterschiedlichen Maßstäben das Gebäuderaster rapportierend vervielfältigt. Sein Rapport ist in zweierlei Hinsicht funktional: Zum einen bildet das Motiv die konstruktiven Grundzüge des Gebäudes ab. Zum anderen fokussiert es zwei im städtischen Kontext wichtige Wahrnehmungsbereiche:

Für Fußgänger gestaltet es den menschlichen Nahbereich in der den Gehsteig begleitenden Sockelzone (Rapport h/l= 2,70m/ 6,10m). Für Autofahrer begleitet das Motiv im doppelten Maßstab die Hauptfassade und bildet so den Sicherheitsabstand für PKW im Stadtbereich ab (Rapport h/l= 5,40m/ 12,20m). Die zwei Maßstäbe des Rankenmotivs gliedern die Ansichten in die drei typischen Fassadenbereiche Sockel, Hauptfassade, Gebäudeabschluss. 

Die perforierte Aluminiumblechfassade wird als Kassettenkonstruktion im Rastermaß 135/305 cm ausgeführt. Das Rankenmotiv wird durch ungelochte Blechbereiche abgebildet. Der Motiv-Hintergrund wird in einer versetzten Langlochung gestanzt. Attika und untere Sockelbereiche erhalten durchgängig die oben genannte Langlochung, jedoch mit kleinerer Loch- und größerer Stegbreite. Durch das beschriebene Perforationsmuster erhält die eindimensionale Fassade räumliche Tiefe. Die gewählten Sieblinien der Bleche entsprechen den Forderungen der SBauVO und gewährleisten eine ausreichende Belüftung (A0 gesamt 36%).

Durch die Perforierung wird eine maßstäbliche Gliederung des Innen- und Außenraums tags und nachts durch Licht- und Schattenwirkung erzeugt.